Trauma erkennen: Schocktrauma, Bindungstrauma & Somatic Experiencing®
Traumatischer Stress gehört zum Leben - sich davon wieder zu lösen auch
Fühlst du dich innerlich blockiert oder überfordert, ohne zu wissen warum? Traumatischer Stress kann eine Ursache dafür sein – sei es durch einzelne Schockmomente oder durch frühe Bindungserfahrungen. In diesem Artikel erkläre ich, wie sich Traumata zeigen und wie die körperorientierte Therapie mit Somatic Experiencing® helfen kann, eingefrorene Energie wieder zu lösen.

Was bedeutet "Trauma"?
Das Wort "Trauma" bedeutet zunächst eine Wunde oder Verletzung – und fast jeder erlebt im Leben belastende Erfahrungen. Erst wenn es nicht gelingt, so eine seelische Verletzung zu verarbeiten, weil etwas zu schnell war, weil es zu viel war oder weil wir zu jung waren, sprechen wir von einem Trauma. Dabei sind zwei verschiedene Formen zu unterscheiden: Schocktrauma und Bindungs- bzw. Entwicklungstrauma.
Schocktrauma - plötzlich überfordert
Ein Schocktrauma entsteht, wenn ein Mensch ein überwältigendes oder bedrohliches Ereignis erlebt. Typische Auslöser sind:
- Unfälle oder Stürze
- Medizinische Notfälle
- Naturkatastrophen
Symptome eines Schocktraumas
- Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit
- Emotionale Taubheit oder innere Zerrissenheit
- Rückzug und Isolation
- Scham- und Schuldgefühle
- Flashbacks, ausgelöst durch äußere Reize
Bindungs- oder Entwicklungstrauma - frühe Verletzungen
Ein Bindungstrauma entsteht, wenn Kinder in ihrem Aufwachsen wenig emotionale Sicherheit oder empathische Spiegelung erleben. Diese frühen, seelischen Verletzungenkönnen sich im Erwachsenenalter auf verschiedene Weise auswirken.
Typische Symptome eines Bindungstraumas
- Innere Anspannung und Unruhe
- Schuldgefühle oder toxische Scham
- Emotionale Überreaktionen
- Schlafstörungen
- Selbstwertprobleme
- Schwierigkeiten in nahen Beziehungen
Traumatischer Stress im Körper - eingefrorene Energie
Traumatischer Stress hinterlässt körperliche Spuren. In bedrohlichen Situationen stellt unser Körper viel Energie bereit, um zu kämpfen oder zu fliehen. Kann diese Energie später nicht wieder abgebaut werden, bleibt sie „eingefroren“ im Körper stecken.
Später kann sie durch scheinbar harmlose Trigger wieder aktiviert werden – das führt zu Überreaktionen, die für andere manchmal schwer nachvollziehbar sind.
Traumatherapie mit Somatic Experiencing®
Die Methode Somatic Experiencing® nach Dr. Peter Levine hilft, eingefrorene Energie im Körper zu erkennen und schrittweise wieder freizusetzen.
- Sanftes Aufspüren körperlicher Blockaden
- Tröpfchenweise Lösung der Energie
- Aufbau von Sicherheit und Selbstregulation
Diese Übungen helfen bei Triggern
Wenn du merkst, dass du stark getriggert wirst:
- Nimm bewusst deine Umgebung wahr, ohne zu fokussieren.
- Erinnere dich: Du bist jetzt in Sicherheit.
- Hebe den Blick, schaue nach oben oder in die Weite (Fenster, Natur).
- Falls das nicht möglich ist finde etwas in deiner Umgebung, wo du gerne hinschaust. Richte deine Aufmerksamkeit dahin.
- Beobachte deinen Atem und deine Empfindungen in diesem Moment.
Fazit: Trauma verstehen und traumatischen Stress lösen
Traumatischer Stress zeigt sich auf unterschiedliche Weise – als Schocktrauma oder Bindungstrauma – und hinterlässt Spuren im Körper. Mit Somatic Experiencing® kannst du lernen, diese eingefrorene Energie wieder freizusetzen, innere Stabilität zurückzugewinnen und dich selbst besser zu regulieren.
Mehr über meinen Ansatz der körperorientierten Traumatherapie mit Somatic Experiencing® findest du hier.








